Awwwards Websites Beispiele: Was die Jury wirklich bewertet
Awwwards Websites Beispiele und die Bewertung dahinter: Kriterien, Gewichtung und Developer Award. Von mir als Awwwards-Juror erklärt, mit Beispielen aus der Praxis.
Awwwards Websites Beispiele und die Bewertung dahinter: Kriterien, Gewichtung und Developer Award. Von mir als Awwwards-Juror erklärt, mit Beispielen aus der Praxis.

Wer nach Awwwards Websites sucht, bekommt meist eine Galerie voller Bilder. Warum genau diese Seiten gewinnen, erfährt man dort nicht.
Ich bin seit 2025 Jurymitglied bei Awwwards, 2026 also zum zweiten Mal in Folge, und habe inzwischen rund 400 Websites bewertet. Außerdem wurde mein eigenes Projekt NOVA Speaker bei Awwwards bisher vier Mal ausgezeichnet. Ich kenne die Plattform also von beiden Seiten: aus der Bewertung und aus der Einreichung.
In diesem Artikel erkläre ich, wie die Bewertung funktioniert, worauf ich als Juror achte und woran du bei Beispielen wirklich etwas lernst.
Awwwards ist eine internationale Plattform für Webdesign und Webentwicklung. Jeder kann eine Website einreichen, eine Jury bewertet sie. Ausgezeichnet wird, was die Jury überzeugt, nicht, was die meisten Klicks oder Likes bekommt.
Die Jury ist in zwei Bereiche aufgeteilt:
Darüber gibt es weitere Auszeichnungen. Aus den besten Seiten eines Monats wird der Site of the Month gewählt, am Jahresende folgen Preise wie Site of the Year, Agency of the Year oder Developer Award of the Year.

Jede Seite wird nach vier Kriterien bewertet, die unterschiedlich stark zählen:
Das hat Folgen. Design und Usability machen zusammen 70 % der Wertung aus. Eine Seite mit starkem Effekt, aber umständlicher Bedienung verliert also gleich doppelt. Dagegen kommt eine ruhige, sauber gestaltete Seite oft weiter, als man denkt.
Jede Seite wird von einer größeren Gruppe an Juroren bewertet. Damit einzelne Ausreißer nach oben oder unten das Ergebnis nicht verzerren, werden die Stimmen, die am weitesten vom Durchschnitt entfernt liegen, automatisch aus der Wertung genommen. Zusätzlich fließt der Durchschnitt der Nutzerstimmen mit ein, wobei nur Stimmen von PRO-Mitgliedern zählen. Die Abstimmung läuft über mehrere Tage, und die Bewertungen sind öffentlich einsehbar.
Zwei Regeln finde ich besonders wichtig:
Befangenheit. Wer mit einer Agentur oder einem Designer zusammengearbeitet hat oder privat mit ihnen verbunden ist, darf diese Seite nicht bewerten.
Der Fan-Effekt. Große Marken und bekannte Studios haben es leichter, weil man ihre früheren Arbeiten im Kopf hat. Das beeinflusst die Wahrnehmung, ob man will oder nicht. Gute Jurorenarbeit heißt, genau das bewusst auszublenden und die Seite so zu bewerten, als wüsste man nicht, von wem sie ist.
Mir werden jeweils mehrere Seiten gleichzeitig zugeteilt, die ich in einem festen Zeitraum bewerten muss. Pro Seite nehme ich mir zwischen 15 und 30 Minuten. Das klingt viel, aber nur so merkt man, ob eine Seite auch nach dem ersten Eindruck trägt.
Womit ich anfange. Zuerst schaue ich auf das Gesamtbild: Gibt es ein einheitliches Designsystem? Passen Farben, Typografie, Abstände und Bildsprache zusammen? Und vor allem: Welches Gefühl vermittelt die Seite? Erst danach gehe ich in die Details.
Was sofort Punkte kostet. Manches fällt in Sekunden auf:
Das sind keine Geschmacksfragen, sondern Handwerk. Und genau hier scheitern die meisten.
Der häufigste Fehler. Sehr viele eingereichte Seiten stammen erkennbar von Einsteigern oder von Agenturen mit wenig Designerfahrung. Sie halten nicht einmal klassische Designprinzipien ein. Gegen Seiten, bei denen Raster, Typografie und Hierarchie sitzen, haben sie kaum eine Chance. Bevor man über Kreativität spricht, muss das Fundament stimmen.
Das ist die Frage, die mir als Juror am häufigsten durch den Kopf geht. Meine Antwort: Kreativ ist, was dem Besucher etwas bringt. „Nur anders“ sieht ungewöhnlich aus, macht die Seite aber schwerer zu benutzen.
Interessant ist: Viele Gewinnerseiten sind rein gestalterisch gar nicht die stärksten. Sie gewinnen, weil sie eine Idee haben, wie man Inhalte erlebt. Eine Navigation, die sich neu anfühlt und trotzdem sofort verständlich ist. Ein Aufbau, der die Geschichte der Marke durch die Bedienung erzählt. Eine Interaktion, die den Inhalt erklärt, statt ihn zu verzieren. Das ist Kreativität in der User Experience, und sie wird bei Awwwards hoch bewertet.
Mein einfacher Test: Wenn ich die Animation oder das ungewöhnliche Menü entfernen würde, ginge dann etwas verloren, das die Seite besser macht? Wenn ja, ist es Kreativität. Wenn nein, war es Dekoration.
Drei ausgezeichnete Seiten, an denen sich gut zeigen lässt, wie unterschiedlich Erfolg bei Awwwards aussehen kann.

Floema ist ein portugiesischer Hersteller von Stadtmöbeln, Beschilderung und Ausstattung für den Außenraum, überwiegend aus recyceltem Kunststoff. Die Seite wurde von der Agentur Bürocratik umgesetzt und bei den European Design Awards 2026 mit Gold in der Kategorie E-Commerce ausgezeichnet.
Das Design ist hell, ruhig und stark an gedruckten Katalogen orientiert: viel Weißraum, klare Linien, eine Typografie, die Ordnung schafft. Die Produkte stehen im Mittelpunkt und werden bewusst inszeniert, mit hochwertigen Bildern, Produktrenderings und eigens gestalteten Illustrationen. Das Besondere: Rund 230 Produkte haben ein eigenes interaktives 3D-Modell, und Bestellungen laufen direkt ins CRM des Kunden. Gleichzeitig erzählt die Seite eine Markengeschichte. Animierte Naturelemente wie Eisvogel und Eule und ein Header, der mit den Jahreszeiten wechselt, machen aus einem technischen Katalog etwas Persönliches.
Bei der Technik fällt der Aufwand auf. Laut Bürocratik kommen unter anderem Vue/Nuxt, Sanity als Headless-CMS, Lenis für weiches Scrollen, GSAP und Rive für Animationen und Three.js für die 3D-Modelle zum Einsatz. Die Navigation bleibt trotzdem übersichtlich: Produkte, Über uns, Nachhaltigkeit und News, dazu fünf Kollektionen mit Produktanzahl. Eine Wunschliste ersetzt den klassischen Warenkorb, was zum B2B-Kontext passt.
Das Gestaltungsprinzip:
Das Produkt bekommt die Bühne, die Marke bekommt die Seele. Wer technische Details sucht, findet sie sofort. Wer die Marke erleben will, bekommt eine ruhige, bildstarke Erzählung.

Atelier San Rita ist ein Kreativstudio aus Kanada, das sich um Marken, Geschichten und digitale Welten kümmert und die Website als begehbare Karte aufgebaut hat. Die Seite wurde am 31. März 2026 bei Awwwards als Site of the Day und mit dem Developer Award ausgezeichnet.
Die Kartenmetapher zieht sich durch alles. Statt einer Navigation gibt es Straßen, Wanderwege, Angelplätze und Aussichtspunkte, die der Besucher entdeckt. Projekte erscheinen als „Hot Spots“ auf der Karte, das neueste Projekt wird mit „Latest hot spot added“ hervorgehoben. Schon der Ladevorgang erzählt mit Schritten wie „Terraforming activated“ oder „Known trails emerging“, und mit „Scroll to enter our world“ beginnt der Einstieg. Die Farbpalette ist ein erdiges, stimmiges Grün, die Typografie auffällig, und die Seite mischt 3D-Elemente mit echten Bildern.
Die Bedienung bleibt trotz des Spiels klar. Das Menü führt zu Karte, Projekten, Über uns, Playground und Kontakt, die Sprache lässt sich zwischen Englisch und Französisch wechseln, und die Karte hat eigene Bedienelemente wie „Show trails“ und Zoom. Dass die Seite zusätzlich den Developer Award bekommen hat, zeigt: Hinter der Idee steckt saubere Technik.
Das Gestaltungsprinzip:
Das Erkunden ist die Botschaft. San Rita macht den Besuch selbst zur Entdeckungsreise. Das ist genau die Art von Kreativität in der User Experience, die bei Awwwards besonders gut ankommt.

Monument ist eine unabhängige Produktionsfirma aus Salt Lake City, die Dokumentationen und Reality-Formate fürs Fernsehen macht, unter anderem für Sender und Plattformen wie HGTV, HBO Max, Hulu, PBS und Discovery.
Die Seite ist eine Scroll-Inszenierung, die zu einer Produktionsfirma passt. Schon der Einstieg wirkt wie ein Vorspann: Ein Ladebalken mit Prozentanzeige, dann der Hinweis „scroll for more“. Beim Weiterscrollen schieben sich mehrere Bildebenen übereinander, etwa im Abschnitt „imagined in utah“, und erzeugen Tiefe. Dazu kommt große Typografie, die die Seite trägt, und eine abgestimmte Farbpalette, die konsequent durchgezogen wird. Texte wie „Ready for monumental tv?“ sprechen den Besucher direkt an, und selbst die Formulare haben Charakter: Wer eine Idee einreichen will, klickt auf „Pitch us“, wer ins Casting möchte, auf „Cast me already“.
Auch das Funktionale ist durchdacht. Das Menü bleibt mit fünf Punkten (Work, About, Team, Casting, Press) schlank, das Team ist als nummerierter Slider aufgebaut, und Videos lassen sich mit Play und Pause steuern.
Das Gestaltungsprinzip:
Die Seite fühlt sich an wie das Produkt. Eine Fernsehproduktion zeigt sich über Tempo, Bild und Dramaturgie. Monument überträgt das auf den Scroll, sodass der Besucher schon beim Lesen Teil einer Inszenierung wird.

GKC ist ein kanadisches Architekturbüro für Industrie-, Gewerbe- und Bürobauten mit Standorten in Montréal, Mississauga bei Toronto und Vancouver.
Die Seite ist ein Beispiel dafür, wie viel Wirkung ohne Effekte möglich ist. Ein hochwertiges Raster ordnet alles, die Typografie ist sauber und zurückhaltend, und große Bilder tragen die Projekte. Das Ergebnis wirkt wie die Architektur, für die das Büro steht: klar, aufgeräumt, präzise. Ein Video im Header setzt den Einstieg, danach folgen sauber getrennte Abschnitte für Expertise, Projekte, Kundenlogos, Testimonial und News.
Auch bei der Bedienbarkeit ist die Seite sorgfältig gemacht. Das Menü bündelt acht Punkte (About Us, Approach, Expertise, Project Sectors, Sustainability, Careers, Studios, News) mit einem klar abgesetzten „Contact Us“-Button und Sprachwechsel auf Französisch. Für Tastaturnutzer gibt es einen „Skip to main content“-Link, auf dem Smartphone ein Hamburger-Menü, und die News laufen als Karussell. Umgesetzt wurde die Seite von der Agentur Locomotive.
Das Gestaltungsprinzip:
Ordnung als Haltung. Bei einem Architekturbüro ist ein sauberes Raster das beste Argument. Die Seite zeigt Qualität, indem sie nichts Unnötiges tut.

Leome & Partners ist eine Kanzlei, die Unternehmen in den Bereichen Corporate, Arbeitsrecht, Immobilien sowie Technologie und geistiges Eigentum berät. Die Website stammt aus meiner eigenen Arbeit und hat bei Awwwards eine Honorable Mention erhalten, die einfachste Auszeichnung der Plattform.
Ich nehme sie bewusst mit auf, weil sie zeigt, was für diese Stufe reicht: große, hochwertige Bilder, eine abgestimmte Typografie und ein grünes Farbkonzept, das sich durch Bilder, Verläufe und Details zieht. Die Headline „Legal advice made simple.“ ist in einzelne Zeilen gesetzt und wird so zum gestalterischen Element. Bewusst eingesetzte Micro-Animationen geben der Seite Leben, ohne zu stören. Das Menü bleibt bei fünf Punkten (Home, Services, About, Insights, Contact), und der Slogan „Your case. Our focus.“ wiederholt die Botschaft der Kanzlei: einfach und klar.
Weitere ausgezeichnete Seiten findest du im Artikel "18 kreative Webdesign Beispiele".
Das Gestaltungsprinzip:
Einfach zeigen, was man kann. Bei einer Kanzlei entsteht Vertrauen durch Klarheit und Ruhe. Ein starkes Bild, eine saubere Schrift und wenige, gezielte Bewegungen reichen.
Seiten, die den Site of the Day gewonnen haben, gehen automatisch an die Developer-Jury. Sie bewertet die technische Umsetzung nach eigenen Kriterien, die sich so gewichten:
Wer insgesamt auf mindestens 7 kommt, bekommt den Developer Award und ist für den Developer Award of the Year nominiert.
Das finde ich spannend, weil es zeigt: Awwwards ist nicht nur Optik. Performance, saubere Struktur und mobile Nutzbarkeit machen zusammen 60 % der technischen Wertung aus. Animationen zählen dagegen nur 15 %. Eine Seite, die sauber gebaut, schnell und gut lesbar ist, hat hier einen echten Vorteil. Das passt zu dem, wie ich bei Webflow Entwicklung arbeite.
Nicht jede Firma braucht eine Awwwards-Seite. Ein Handwerksbetrieb gewinnt mit einer klaren, schnellen Seite mehr Kunden als mit einer aufwändigen Scroll-Animation. Trotzdem lässt sich viel mitnehmen:
Raster, Typografie, Abstände und ein einheitliches Designsystem trennen gute von schwachen Seiten, lange bevor über Effekte gesprochen wird.
Eine Idee zählt, wenn sie die Bedienung oder das Verständnis der Inhalte verbessert. Sonst ist sie Dekoration.
Ladezeit, Mobile und Barrierefreiheit sind keine Zugabe, sondern Teil der Bewertung.
Was ich Kunden sage, die „etwas wie auf Awwwards“ wollen: Das funktioniert nur, wenn Design, Texte und Bilder zusammen gedacht werden und wenn der Kunde bereit ist, sich auf neue Ideen einzulassen. Eine Awwwards-Seite entsteht nicht aus einem Effekt, sondern aus einem durchgängigen Konzept.
Das lohnt sich, wenn deine Seite ein echtes Gestaltungskonzept hat und du Sichtbarkeit in der Designszene suchst. Für Agenturen, Studios und Marken mit starkem visuellem Anspruch ist es eine gute Referenz. Für eine reine Leistungsseite bringen eine klare Struktur, gute Ladezeit und SEO meist mehr.
Ein ehrlicher Hinweis aus der Juryperspektive: Reich nur ein, was handwerklich sauber ist. Eine Seite mit schwachem Fundament wird neben den anderen Einreichungen kaum eine Chance haben, egal wie viel Animation drinsteckt.
Die Jury bewertet nach vier Kriterien: Design (40 %), Usability (30 %), Kreativität (20 %) und Inhalt (10 %). Die Abstimmung dauert rund fünf Tage, die Einzelwerte der Juroren sind öffentlich.
Eine Honorable Mention erhalten Seiten ab einem Wert von 6,5. Site of the Day ist die Seite mit der besten Wertung des Tages.
Eine Auszeichnung für die technische Umsetzung. Bewertet werden unter anderem Semantik und SEO, Animationen, Barrierefreiheit, Performance, Responsive Design und Metadaten.
Ja die Technik der Website steht erstmal nicht im Vordergrund. Moderne Systeme sind aufgrund von schnellen Ladezeiten, Web-Standards und technischer Auslieferung etwas Vorteil. Meine Seite NOVA Speaker wurde vier Mal ausgezeichnet.
Das hängt vom Ziel ab. Für Agenturen und Marken mit starkem Designanspruch ist es eine starke Referenz. Für die meisten Unternehmen bringen eine klare Struktur, gute Ladezeit und SEO mehr.
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Ein hoher gestalterischer Anspruch mit Custom-Animationen liegt am oberen Ende meiner Preisspanne. Eine Orientierung gibt die Seite Was kostet eine Website?.

Egal ob konkrete Anfrage oder erste Idee. Ich berate dich gerne kostenlos. Bei einem Erstgespräch können wir uns über dein Projekt und deine Wünsche austauschen. Anschließend überlege ich mir wirkungsvolle nächste Schritte oder sende dir ein unverbindliches Angebot zu.